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Ruf Ingenieure GbR

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Interessante Altprojekte



Alte Gießereihalle

Im Rahmen eines Joint Ventures der Firma Mannesmann - Rexroth mit der Beijing Hydraulic Industrial Company soll eine Gießerei in Peking revitalisiert werden.

Das INGENIEURBÜRO RUF wurde mit der Planung der Fundation für die Formanlage, den E-Ofen und den Kupolofen beauftragt. Außerdem waren diverse Änderungen an der vorh. Gebäudekonstruktion in die Konzeption einzubeziehen.

Bei der Formanlage sollte ein bestehendes Stb.-Fundament (b / d / h = ~ 15,0 / 11,0 / 4,0 m) der alten Rüttel-Preß-Formmaschine auch für die neue Formmaschine verwendet werden.

Unterschiedliche Abmessungen und abweichende Lasteinleitungspunkte erforderten jedoch den Umbau und die Verstärkung des Gründungskörpers. Schwer lesbare bwz. lückenhafte chinesische Bestandsplanunterlagen bedurften einer örtlichen Überprüfung.

Bei einem Baustellenbesuch in Peking im November 1996 stellte Herr Matthias Ruf
z.T. erhebliche Abweichungen zwischen dem Ist-Zustand und den Zwangspunktvorgaben des Maschinenlieferanten fest. In aller Eile mußten die mitgebrachten Konstruktions-pläne, vor Ort, umgearbeitet und umgesetzt werden.

Besondere Schwierigkeiten bereitete dabei die Vervielfältigung der geänderten Unterlagen, da im gesamten Werk lediglich ein DIN A4 Drucker und eine alte Lichtpausmaschine vorhanden waren. So konnte die im mitgeführten Laptop befindliche CAD-Software nur bedingt eingesetzt werden. Änderungen mußten zumeist von Hand direkt in die Lichtpausen eingetragen werden.



Chin. Bestandsplan
im Bereich der
Kupolofenfundamente
Die eigentlichen Bauarbeiten, d.h. Teil-abbruch, Ergänzung und Verstärkung des Fundamentes führte eine chinesische Baufirma durch. Der Abbruch erfolgte ausschließlich in Handarbeit, es war lediglich ein Preßlufthammer mit stumpfem Meißel vorhanden.

Trotz dieser Nachteile und obwohl eine Verständigung ausschließlich über Dolmetscher möglich war, wurden die Arbeiten an diesem Fundament planmäßig zum 31.12.1996 abgeschlossen. Möglich wurde eine solch kurze Bauzeit nur durch den unermüdlichen Einsatz der chinesischen Bauleute, die in 14stündigen Tagesschichten (auch am Wochenende!) den Mangel an technischem Gerät mehr als ausglichen.


Die Fundamente für den Elektro- und den Kupolofen mußten komplett neu errichtet werden. Zuvor waren, wie bei der Formanlage, die Altfundamente zu entfernen. Dabei stellten die in diesem Bereich, befindlichen Einzelfundamente der bestehenden Werkhalle das größte Problem dar.

Da die Gründungssohle des E-Ofen-Fundamentes weit unterhalb derjenigen der Einzelfundamente projektiert war, hätten diese unterfangen werden müssen. Abge-sehen von der grundsätzlichen Problematik der Unterfangung von Einzelfundamenten, stellte auch die mangelhafte technische Ausstattung der örtlichen Baufirmen ein Hindernis dar. So entschied man sich für eine Höherlegung der Elektroöfen.

Bei seinem zweiten Baustellenbesuch im März 97 mußte Herr Matthias Ruf allerdings feststellen, daß chinesische Sicherungs-maßnahmen keineswegs mit den bei uns gewohnten vergleichbar sind.

So wurden die Baugrubenwände im Bereich der größten Fundamenttiefe, ca. 4,0 m hoch, senkrecht abgegraben. Der anstehende Boden war bindig, die Zustandsform steif bis halbfest. Eine Sicherung der Grube durch Verbau oder Spundung erfolgte nicht. Zudem wurde der Hallenboden direkt neben der Baugrube von LKWs und Gabelstaplern befahren.

Die vorhandenen Stützenfundamente wurden bis 40 cm unter deren Gründungssohle ausgeschachtet. Hierdurch bestand erhöhte Grundbruchgefahr, was zu Verkantungen der betroffenen Stützen und, schlimmstenfalls, zum Einsturz von Gebäudeteilen führen konnte. Zur Stabilisierung wurden die Hohlräume sofort mit Magerbeton verfüllt. Nach Sicherung der übrigen Baugrube konnte das eigentliche Gründungsbauwerk erstellt werden.

Trotz aller Widrigkeiten waren alle Fundierungsarbeiten bis zum Ende des 2. Quartals 1997 fertiggestellt.
Das INGENIEURBÜRO RUF hatte seinen Auslandseinsatz im Reich der Mitte erfolgreich abgeschlossen.





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